11. Dezember 2015

«Peace Journalism» mit Marc Herter

Marc Herter hat vor drei Jahren eine  preisgekrönte Arbeit über Peace Journalism geschrieben. Wir waren bei ihm, um ihn zu fragen: Was ist das? Und warum ist es ne gute Sache?
marcPeace Journalism ist so etwas wie Constructive Journalism in Konflikt- und Kriegssituationen. Für alle, die noch nie von Constructive Journalism gehört haben: Wir werden das definitiv noch in einer Episode abdecken, aber nun zum Friedensjournalismus:

Peace Journalism sagt:

  • Es gibt in jedem Konflikt mehr als zwei Parteien.
  • Es gibt nicht einfach gut und böse – Opfer und Täter.
  • Medien beeinflussen die Wahrnehmung eines Konflikts.
  • Sie können dadurch eskalierend wirken, aber auch deeskalierend.
  • Tote zählen und Leichen zeigen schürt Angst und Hass.
  • Berichtet über einen Konflikt bevor er eskaliert.
  • Versucht neben Amtsträger auch «einfache Leute» zu Wort kommen zu lassen.

Kritiker sagen:

  • Wenn man versucht, die Motive von Tätern nachzuvollziehen, legitimiert man diese.
  • Nicht über einen Konflikt zu berichten, wäre Zensur.
  • Bösartige Handlungen sollen auch als bösartig bezeichnet werden dürfen.

Darüber und über vieles mehr haben wir mit Marc gesprochen. Was denkt ihr? Leben wir in einer Welt des War Journalism? Und trägt dieser zur weiteren Eskalation von Konflikten bei?

Hier noch eine detailliertere Gegenüberstellung von War und Peace Journalism: