4. Mai 2015

Ich bin Facebook-süchtig und das ist okay so

Wenn ich auf etwas allergisch geworden bin, dann: Journalisten, die sich über Facebook aufregen. Unwidersprochen reden sie Facebook und Google schlecht. Dabei verkennen sie die Leistung der beiden Giganten und vergessen einen entscheidenden Punkt.

Facebook macht verdammt viel richtig

Mal ehrlich: Wir würden Facebook nicht täglich nutzen, wenn es nicht verdammt gut wäre.

  • Wir sehen, was in den Leben unserer Freunde los ist
  • Wir lesen, worüber diskutiert wird
  • Wir können selber mitreden
  • Wir können uns selbst darstellen

Kein Wunder steigen die Nutzerzahlen von Facebook immer noch monatlich.

Journis: Kommt mal vom hohen Ross runter

Facebook zeigt aber nicht nur, was bei unseren Freunden los ist, sondern auch, was auf der Welt los ist. Und damit stellt sie die Stellung der klassischen Medien in Frage.

Vielen Journalisten passt das gar nicht – sie würden lieber weiterhin allein entscheiden, was das Publikum zu lesen hat.

Nun nehmen die Leser aber darauf Einfluss, indem sie Inhalte mit ihren Bekannten teilen. Die Facebook Wall heisst neu «News Feed». Sehr treffend. Denn über meine Freunde und über die Newsangebote, die ich abonniere, stelle ich mir auf Facebook meine persönlichen Nachrichten zusammen.

Ich finde das grossartig! Sind meine Individuellen Interessen beispielsweise Nationale Politik, Gadgets, Medienjournalismus und Web-Entwicklung, gibt es kein anderes Medium, das mir genau diesen Mix an Aktualitäten liefern kann.

Und das ist längst nicht alles.

Nutzt es in eurem Sinne!

Für meine multimediale Reportage hatte ich keinen Verlag hinter mir. Seit der Veröffentlichung vor 8 Monaten hatte ich auf der Seite 35’000 Besuche. Ohne dass ich einen Franken dafür ausgegeben hätte.

Meine Erfahrung ist diese: Wer gute, relevante Inhalte produziert, wird belohnt. Newsportale wie die Zeit oder Süddeutsche generieren 10% ihrer Visits via Facebook. Wenn Journalisten sich über Facebook nerven, sehnen sie sich einfach die Zeit zurück, als sie ihre Leserschaft einfach beliefern konnten, ohne zu wissen, ob es sie wirklich interessiert.

Das ist nur ein Aspekt von vielen. Kommen euch grad noch weitere in den Sinn?